direkt zum Inhalt springen

Bayerischer Tennis-Verband

Krawietz-Doppel-Krimi und ein Wild-Card-Sieg durch Daniel Masur

Der Münchner Daniel Masur ließ im House of Sports nichts anbrennen und zog als einziger Wild-Card-Besitzer ins Achtelfinale ein. (bild: Bertram Wagner)

(31.10.2018) Drei von vier deutschen Wild-Card-Besitzern bei den Internationalen Deutschen Hallentennismeisterschaften hat es erwischt: Als rühmliche Ausnahme schaffte der Münchner Daniel Masur den Sprung ins Achtelfinale, während gestern um die Mittagszeit Louis Wessels und auch der hoch eingeschätzte Rudolf Molleker früh aus dem Turnier ausschieden. Bereits am späten Montagabend kam das Aus für Kevin Krawietz, wenn auch auf spektakuläre Weise nach einem Drei-Satz-Schlagabtausch gegen Matthias Bachinger.

Wesentlich leichteres Spiel als der letztjährige Halbfinalist hatte Daniel Masur, der nicht einmal eine Dreiviertelstunde benötigte, um Borna Gojo, der als „Lucky Looser“ ins Feld kam, in dessen vierten Eckental-Spiel die Grenzen aufzuzeigen. „Ich bin jetzt zum dritten Mal in Eckental, erstmals konnte ich mich sehr gut vorbereiten. Egal auf welchem Belag ich spiele, ich kann mich gut anpassen“, zeigte sich „Wally“ nach seinem Kurzauftritt, bei dem er 86 Prozent an ersten Aufschlägen hatte und dem Kroaten keine Breakchance gönnte, sehr zufrieden. Schon der erste Auftritt des 23-jährigen Münchners hat die „Freikarte“ für die Nr. 287 der Welt gerechtfertigt. Nun wartet eventuell der Topgesetzte Lukas Lacko auf Masur!

Louis Wessels (Bielefeld), der ebenso wie Masur schon ein ATP-Erfolgserlebnis hatte, stand gegen den Kölner Oscar Otte auf verlorenem Posten. Der 6:3, 6:1-Sieger agierte in diesem Knapp-Ein-Stunden-Match äußerst effektiv: Vier Breakchancen, alle genutzt! Wie Wessels erhielt auch Rudolf Molleker eine DTB-Wild-Card. Vor vier Tagen volljährig geworden, machte er sich mit dem ersten Satzgewinn gegen den 15 Jahre älteren Lukas Rosol nur ein kleines Geburtstagsgeschenk, dem Challenger-Gewinner von Heilbronn war keine Party-Stimmung vergönnt, denn der Tscheche übernahm nun das Kommando, während Molleker nicht mehr gut genug servierte.

18 Stunden später präsentierte sich Kevin Krawietz schon wieder auf dem Center Court, diesmal zusammen mit seinem bevorzugten Doppelpartner Andreas Mies. Das an Nr. 4 gesetzte Doppel  schrieb gegen Andrej Martin (Slowakei)/Hans Podlipnik-Castillo (Chile) den nächsten Krimi, der mit einem „Champions“-Tiebreak endete, nachdem das Coburg-Köln-Duo den ersten Durchgang nach einem Mini-Break zum 4:5 im Tiebreak diesen Rückstand mit dem anschließenden Satzgewinn (6:2) wettmachte. Es kam wie es kommen musste: Die Partie stand wahrlich auf des Messers Schneide, ehe beim 8:8 die Kontrahenten ihr Service verloren und anschließend deren Return weit ins Aus segelte.

Zu einem Aufschlag-Duell entwickelte sich der erste Auftritt von Marcos Baghdatis. Quali-Sieger Albano Olivetti und die ehemalige Nr. 8 der Welt donnerten 25 Asse ins Feld. Es rächte sich für den Favoriten, dass er keine der fünf Breakchancen nutzen konnte. Die Quittung: Tiebreak-Verlust. Aber mit dem Rücken zur Wand schaffte er den 6:3-Satzausgleich. Der Siegertipp von Turnierdirektor Marcus Slany bekam jedoch nicht den nötigen Rückenwind und Olivetti gewann sensationell sein viertes Spiel in vier Eckental-Tagen!

Der Marathon-Dienstag endete am späten Abend nach halb Zehn mit einem hartumkämpften Dreisatz-Erfolg des Belgiers Ruben Bemelmans (Nr. 7), der im Duell zweier ehemaliger Titelträger gegen Daniel Brands nach 100 spannenden Minuten die Oberhand behielt (4:6, 6:4, 6:3). Dies war der Schlussstrich nach über zehn Stunden Tennis nonstop im House of Sports!

Am heutigen Mittwoch (ab 11 Uhr) wird mit fünf Einzeln – darunter der Auftritt der Nr. 1 Lukas Lacko – die erste Runde beendet. Gleichzeitig starten schon Achtelfinalpartien. Neben dem Topgesetzten treten die drei folgenden Gesetzten auf dem Center Court an. Matthias Bachinger hat am dritten Tag des Hauptfeldes die Ehre das „Match des Tages“ zu absolvieren (18 Uhr). Um den Einzug ins Viertelfinale muss er sich mit dem Österreicher Dennis Novak (Nr.8) messen.

Bericht: Bertram Wagner

Einzel: 1. Runde Hauptfeld:

D. Masur – B. Gojo (CRO) 6:3, 6:0; G. Sakharov (FRA) – A. Vatutin (RUS) 6:1, 6:4; A. Hoang (FRA) – Y. Maden 6:3, 7:6(3); O. Otte – L. Wessels 6:3, 6:1; L. Rusol (CZE) – R. Molleker 3:6, 6:3, 6:2; B. Bonzi (FRA) – K. De Schepper (NED) 7:6(3), 6:4; A. Olivetti (FRA) – M. Baghdatis (CYP) 7:6(5), 3:6, 6:3; Bemelmans (BEL) – D. Brands 4:6, 6:4, 6:3.