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Bayerischer Tennis-Verband

Geburtstagskind Hoang beschenkt sich selbst - Doppeltitel für Krawietz/Mies

Bezirk Mittelfranken

Kevin Krawietz und Andreas Mies

(08.11.2018) 

Am Tag seines 23. Geburtstages hat sich Tennisprofi Antoine Hoang seinen ersten Titel auf der Challengertour gesichert. Der Franzose schlug im Finale der 22. Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften in Eckental den leicht favorisierten Belgier Ruben Bemelmans mit 7:5/6:3 und rückt damit erstmals in seiner jungen Karriere auf Rang 143 der Weltrangliste vor.  In der Doppelkonkurrenz setzte sich das deutsche Duo Kevin Krawietz/Andreas Mies vor hunderten enthusiastischen Zuschauern gegen Jonny O’Mara (GBR) und Hugo Nys (FRA) durch.


„Die Woche war ein absoluter Traum für mich“, betonte Antoine Hoang sichtlich gerührt, nachdem ihm das Publikum im House of Sports ein Geburtstagsständchen gesungen hatte. Unbekümmert und dominant von der Grundlinie war der junge Franzose in das Endspiel gestürmt, lediglich in seiner Viertelfinalpartie gegen den Tschechen Lukas Rosol hatte er über die volle Distanz von drei Sätzen gehen müssen. Finalgegner Bemelmans, Eckental-Champion im Einzel und Doppel Jahr 2014, zeigte sich einmal mehr als fairer Sportsmann und zollte Hoang „großen Respekt“, auch wenn er mit seiner eigenen Leistung haderte und „zu viele leichte Fehler“ bemängelte.
Dass Eckental für den ungesetzten Hoang das Sprungbrett zu den großen Tenniscourts dieser Welt bedeuten könnte, steht für die beiden Turnierdirektoren Marcus Slany und Fabian Reisch außer Frage. Alex de Minaur, Finalist von 2016, kratzt an den Top 30, der letztjährige Eckental-Champion Maximilian Marterer rangiert auf Position 75. Wie so oft hatten hingegen auch in diesem Jahr zahlreiche etablierte Favoriten zeitnah die Koffer packen müssen. Die drei topgesetzten Profis Lukas Lacko, Hubert Hurkacz und Guillermo Garcia-Lopez kamen nicht über die ersten beiden Runden hinaus. Der ehemalige Weltranglisten-Achte Marcos Baghdatis aus Zypern scheiterte ebenfalls an der Auftakthürde. Der guten Stimmung auf den Rängen tat dies allerdings keinen Abbruch. „Der Sport lebt von Überraschungsmomenten und Sensationen“, betont Slany.

 Sieger Antoine Hoang

 

Geburtstagskind Antoine Hoang freut sich über seine Geschenke

 

Finale beim Eckental Challenger

 

Er selbst beschenkt sich mit einem grandiosen Sieg

 


Von den neun deutschen Profis im Hauptfeld konnten sich zwei Spieler der Tennisbase in Oberhaching bis ins Viertelfinale spielen. Der 23-jährige Daniel „Wally“ Masur musste sich Bemelmans nach starkem Beginn mit 6:1/2:6/3:6 geschlagen geben, während der 31 Jahre alte Matthias „Bacchus“ Bachinger mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte und gegen den Franzosen Gleb Sakharov mit 6:3/5:7/1:6 verlor.
Deutsche Festspiele dagegen im Doppel: Der Coburger Kevin Krawietz und Andreas Mies aus Köln mussten sowohl in der ersten Runde gegen Andrej Martin/Hans Podlipnik-Castillo als auch in der Vorschlussrunde gegen die topgesetzte Paarung Marcus Daniell/Marcelo Demoliner in die Verlängerung und siegten jeweils mit 10:8 im Match-Tiebreak. Im Finale spielte sich das deutsche Duo, das in diesem Jahr mit dem Achtelfinaleinzug in Wimbledon für Aufsehen gesorgt hatte, in einen wahren Rausch und besiegte das an Position zwei gesetzte französisch-britische Doppel Hugo Nys/Jonny O’Mara glatt mit 6:1/6:4. „Damit dürften wir die Qualifikation für die Australian Open eingetütet haben“, freuten sich Krawietz und Mies, die von einer unglaublichen „Davis-Cup-Atmosphäre in Eckental“ schwärmten.
Eine perfekte Woche für die Veranstalter. Kopfzerbrechen bereiten Slany und seinem Team lediglich die geballten Reformen auf der Challengertour im nächsten Jahr: Nur noch sieben statt bislang neun Turniertage, mehr Spiele(r) in den ersten Runden, die Gewährleistung von zwei Trainingsplätzen rund um die Uhr. Zudem fehlt nach wie vor ein Namensgeber für die Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften. Zum Glück kennt man sich in Eckental bestens aus mit Herausforderungen. „Anders wäre es ja auch langweilig“, so Slany mit einem Augenzwinkern.


Bericht: Fabian Reisch